Arbeitszeugnis – Schulnote 3 kann vergeben werden

Arbeitszeugnis - eine Schulnote 3 kann auf einem Arbeitszeugnis vergeben werden

Ein Arbeitszeugnis ist in einer eigenen Sprache geschrieben. Oft werden in einem solchen Zeugnis Umschreibungen gewählt, die gleichbedeutend mit einer Schulnote sind. Diese kleine Übersicht soll die feinen Unterschiede darstellen, die bei der Formulierung in einem Arbeitszeugnis eine Rolle spielen.

  • Zur Zufriedenheit = Schulnote 4
  • Zur vollen Zufriedenheit = Schulnote 3
  • Stets zur vollen Zufriedenheit = Schulnote 2
  • Stets zur vollsten Zufriedenheit = Schulnote 1

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass in dieser Frage (Zufriedenheitsformel) dem Arbeitgeber weiterhin erlaubt ist, unbegründet eine Schulnote 3 in einem Arbeitszeugnis zu vergeben (BAG 9 AZR 584/13). Dieses Urteil bestätigt die gängige Praxis, auch wenn so ein Zeugnis stets wahr und wohlwollend formuliert sein muss.

Besser als Schulnote 3 muss bewiesen werden

In so einem Arbeitszeugnis finden sich zuhauf Ausdrucksweisen, die über den Arbeitnehmer Auskünfte geben können. „Stets bemüht“ bedeutet nichts anderes als mangelnde Fähigkeiten, während „Geselligkeit“ für ein Alkoholproblem stehen könnte. Sollte jedoch ein ausgestelltes Zeugnis für einen Arbeitnehmer nicht zufriedenstellend sein, muss er die nicht anerkannten Leistungen nachweisen. Eine Schulnote 3 – Befriedigend – entspricht der vom Arbeitnehmer grundsätzlich geschuldeten Leistung mittlerer Art und Güte. Demnach ist ein „zur vollen Zufriedenheit“ wahr und wohlwollend.

In dem konkreten Fall ging es um eine Arbeitnehmerin, die im Empfang einer Zahnarztpraxis gearbeitet hatte. Sie klagte, weil sie mit dem Arbeitszeugnis unzufrieden war – in welchem auch der „zur vollen Zufriedenheit“ angegeben wurde. „Beansprucht der Arbeitnehmer eine bessere Schlussbeurteilung, muss er im Zeugnisrechtsstreit entsprechende Leistungen vortragen und gegebenenfalls beweisen“, heißt es vom 9. Senat. Der Fall wurde zurück an das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg zurück verwiesen. Dort müsste die Klägerin beweisen, dass sie ein „Gut“, eine Schulnote 2, verdient hat.

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